Damals lebte ich, Eva, mit meinem ersten Mann, einem Halbschweden, in einem Ort südlich von Stuttgart. Ihm zuliebe – und um mich besser mit seiner schwedischen Verwandtschaft verständigen zu können – hatte ich einige Jahre zuvor begonnen, Schwedisch zu lernen. Einer der Kursteilnehmer hat mich dann für eine Mixed-Volleyballgruppe in seinem Heimatort geworben. In meiner Jugend habe ich begeistert Volleyball gespielt und war auch schon lange auf der Suche nach einer Mannschaft, in die ich rein passe.
Also, nichts wie hin! Und es war perfekt, ich wurde auf das Freundlichste aufgenommen und habe mich sofort dort wohl gefühlt. Einer meiner Mitspieler war Lothar. Ja, da schaut ihr, so lange kennen wir uns schon!
Wir haben uns gut verstanden, aber bei mir wurde das nach und nach mehr. Doof! Wenn man verheiratet ist, da sollte einem sowas nicht passieren! War aber so und nicht zu ändern. Jedenfalls habe ich mich dann von meinem Mann getrennt und bin in den Ort von meinen Volleyballern gezogen. Leider hat Lothar mich dann eiskalt abblitzen lassen, schließlich war er ja auch verheiratet! Hart für mich, aber alles andere hätte ich ihm zu dieser Zeit verübelt. Schließlich hatte er ja zwei relativ junge Kinder, und hätte er die und seine Frau im Stich gelassen, wäre ich ziemlich enttäuscht gewesen von ihm. Weibliche Logik, ich weiß…nicht zu verstehen manchmal.

Ich weiß nicht genau, wie wir es geschafft haben, aber es ist uns gelungen zu einer normalen Freundschaft zu finden, die wir uns über die ganzen Jahre erhalten haben. In dieser Zeit habe ich wieder geheiratet und zwei tolle, nervige, anstrengende und von mir heiß geliebte Söhne bekommen, die inzwischen beide erwachsen sind.
Den Rest der Geschichte kennt ihr ja schon…

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