Zurück im Jetzt – Ende Juni 2024 – Watt nu?

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Ein Häuschen auf Amrum – ach, was für ein schöner Traum. Nur leider bleibt es wohl genau das: ein Traum. Die Realität hat da ein paar ganz eigene Pläne. Immobilien auf der Insel sind nämlich nicht nur rar, sondern auch so teuer, dass einem schon beim Gedanken an den Kauf das große Loch im Geldbeutel auffällt.

Dann würden wir ja auf „Öömrang“, so heißt die Insel auf Amrumer Friesisch, auch unseren Lebensabend verbringen. Wusstet ihr eigentlich, das mehr Nachkommen von Amrumer Einwohnern in Amerika leben als auf der Insel selbst? Und das der ebenfalls Öömrang genannte Inseldialekt des Nordfriesischen, nur noch von rund einem Drittel der Einwohner gesprochen wird? 

Wie würden uns die echten Insulaner aufnehmen? Jedenfalls: Wer seinen Lebensabend auf einer Insel verbringt, sollte gesund und mit einem robusten Immunsystem gesegnet sein. Denn: Mindestens einer von drei Ärzten auf Amrum geht bald in den Ruhestand – und Nachfolger? Fehlanzeige. Klar, medizinischer Notstand ist kein rein insulares Problem, aber auf dem Festland springt man halt mal ins Auto. Auf Amrum? Da hilft nur die Fähre… oder der Hubschrauber. Auch wenn der Rettungshubschrauber mit Landeplatz in Nebel in Notfällen schnell vor Ort ist. Nur bei Nebel nicht!?! Im Winter wird es auf der Insel zudem hart. Viel Wind und Wetter, kurze Tage und lange Nächte, wenig Touris und auch wenig Angebote. Können wir damit umgehen? Besonders Eva ist Depressionen gegenüber nicht abgeneigt.

Der Kniepsand auf Amrum mit einem „Adler-Schiff“ auf dem Weg nach Sylt

Aber immerhin: Das liebe Geld scheint jetzt zu reichen – zumindest für ein kleines Häuschen mit mittelgroßem Garten. Nur eben nicht auf Amrum. Also richten wir unseren Kompass neu aus.

Aktuell erkunden wir das Festland – mit der Hoffnung, das Meer und vielleicht sogar ein wenig Amrum-Gefühl ganz in der Nähe zu haben. Unser Blick richtet sich vor allem auf Eiderstedt. Für alle Geografiemuffel: Das ist die Halbinsel zwischen Sankt Peter-Ording, Heide und Husum. St. Peter-Ording punktet zwar mit einem weiten, schönen Strand – aber leider fehlt ihm dieser besondere Amrumer Spirit. Stattdessen ist „SPO“ in der Hochsaison überlaufen, hat volle Strände, gesalzene Gebühren fürs Parken und Sonnenbaden – und eine leicht exclusive Atmosphäre, die Sylt fast Konkurrenz macht. Und der Wind dort weht anders. Die Ruhe des nördlichen Kniepsands? Spürt man hier nur, wenn die Herbststürme alles leerfegen. Und was das Flair angeht: St. Peter-Ording steht dem Jet-Set-Glamur von Sylt in kaum etwas nach – was so gar nicht unsere Welt ist.

Die ehemalige Strandbar „54* Nord“ in SPO während des Abrisses am 16.5.2025

Aber irgendwo da draußen wartet bestimmt ein Festlandort mit Seele und Meer und mehr. Es bleibt also spannend!

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