
Nach 5 sonnigen Tagen mussten wir Amrum leider schon wieder verlassen. Es war für die Jahreszeit zu warm, der Sommer hatte sich bereits eingeschlichen und Regen fiel in letzter Zeit auch auf Amrum kaum. Die Dünengräser wirken schon vertrocknet, lieben ihren Spätsommerstyle oder stehen einfach noch nicht im Saft. Keine Ahnung, was davon wirklich zutrifft. Wie immer haben wir einige Wanderungen unternommen und haben selbstverständlich unsere 3 Lieblingscafes besucht. Drei? Na mindestens! Wir haben die ja bereits erwähnt, Nr. 1 beschrieben und bald kommen weitere Café -Facts in unseren Amrum Top Ten!

Es ist Vorsaison und an den bewachten Badestränden verlieren sich sehr wenige Menschen, obwohl der Inselbus trotzdem oft voll ist. Auch mit ganzen Schulklassen, die auf dem Weg zum oder vom Schullandheim, ganz in Norden Amrums, unterwegs sind. Besonders spannend war unser Ausflug auf den Leuchtturm vorgestern. Es ist das erste unter preußischer Herrschaft gebaute Leuchtfeuer, denn Amrum (so die dänische Bezeichnung vom Friesischen Öömrang) kam erst 1864 zu Deutschland. Er ist 42 m hoch, die Feuerhöhe in 63 Metern ist eine der höchsten an der deutschen Nordseeküste. Seine Kennung ist Blz. 7,5s; das heißt ein Blitz von 1 Sekunde und dann 6,5 sek. Dunkelheit.

Wir also hoch auf den Turm! Es waren grade viele Schulklassen unterwegs und die letzte, enge Treppe zu nehmen, bedurfte einiger Geduld. Da oben auf dem Turm schein ein Nest zu sein, ein Kind nach dem anderen und dazu einige kräftige Inselgäste kamen herunter. Gefühlte 5 min mussten wir uns das anschauen. Ein Arsch nach dem anderen! Denn die kamen alle langsam und rückwärts die enge, steile Treppe herunter. Ein Wunder das der Turm unter der Menschenmasse nicht zum Schiefen Leuchtturm von Wittdün mutierte. Schlussendlich aber wurden wir mit einem unfassbaren Ausblick über die ganzen Nordfriesischen Inseln belohnt.
Und oberhalb unser Köpf thronte das Herzstück des Amrumer Leuchtfeuers.
Der 2,7 m hohe und 2,9 Tonnen schwere Fresnel-Linsenapparat mit 8 Linsenfeldern (8-teilig), der 1874 sehr hochwertig erstellt wurde, ist sehr wertvoll. Sein heutiger Wert wird auf 5 Millionen Euro geschätzt. Leuchttürme sind eben nicht nur Lichtspenden, sondern auch echte Schätze! Und unterhalb der Optik gibt’s einen kleinen Raum, in dem im Sommer sogar geheiratet werden kann – falls man im September vom Vorjahr einen der raren Termin bekommt. Woher wir das wissen? Tja, ich sage nur: Recherche😉.

Anschließend mieteten wir uns einen Strandkorb am „Süddorfer“ Strand und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Mit Meerblick, Füße kühlen, Krimi lesen, Muscheln suchen; die Weite des Kniepsandes aufsaugen und Ruhe genießen. Eine Ruhe, die wir bei uns nur selten finden. Vielleicht mal Wochentags im Schönbuch.
Wir hatten jedenfalls wieder wunderschöne, gemütliche und genießerische Tage auf unserer Insel – dort, wo Wind, Meer und Weite unsere Gedanken sortieren und die Seele einfach durchatmen kann. Und wieder dieses schwer zu beschreibende Gefühl, sich dieser Magie nicht entziehen zu können. Wollen wir ja auch gar nicht.
Um das Amrum-Feeling noch ein bisschen zu verlängern, hatten wir davor und danach noch jeweils ein paar Tage in Tönning dran gehängt. Die waren allerdings angefüllt mit Terminen: Besuche bei den Herren Elektriker und Flaschner, bei dem Sanitärlieferanten und bei Talis den Bauantrag unterschreiben. Nicht, dass uns zu wohl oder gar langweilig wird…

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