Seit Monaten sind wir am Warten: zuerst auf neue, geänderte Zeichnungen vom Grundriss, jetzt darauf, dass die Baugenehmigung irgendwann kommt.
Wir warten auf Aufträge und Bestellungen und darauf, dass endlich mit dem Haus angefangen werden kann. Ich, Eva, bin des Wartens so langsam überdrüssig, vor allem da ich sehe, wie uns die Zeit davonläuft. Das Haus von meinem Vater soll möglichst zum Ende des Jahres verkauft werden. Aber wohin dann mit den Möbeln und unserem im Keller zwischengelagerten Hab und Gut? Immerhin haben wir vor ca. 1,5 Jahren (fast) zwei halbe Hausstände in eine 2- Zimmer-Wohnung komprimiert, auch wenn wir beide fast keine Möbel aus unserem jeweiligen ehemaligen Zuhause mitgenommen haben. Wenn wir das alles und auch noch diverse Möbel aus dem Haus zwischenlagern müssen…mir graust es bei dem Gedanken!
Denn auch das haben wir beide satt: das ständige hin- und herräumen von Kartons, Ein- und auspacken, und immer steht etwas im Weg herum. Das zehrt so langsam an unseren Nerven.
Und dann muss das Haus von meinem Vater ja auch noch geräumt werden. Dafür wäre jetzt Zeit. Aber mir fällt das unglaublich schwer. Es ist, als ob mit jedem Stück, das ich weggebe, auch meinen Vater ein Stück verliere – immer wieder, Stück für Stück. Jedes Mal, wenn ich damit anfange, bin ich nach kurzer Zeit völlig erledigt, ich weiß nicht, wo anfangen und wo aufhören. Und so gebe ich nach kurzer Zeit wieder auf oder fange erst gar nicht an. Ich fühle mich, als ob ich seit zwei Jahren nur am Hin- und Herräumen und Umzüge Vor- und Nachbereiten bin.
Ich habe es so satt!!!

Na ja, meine liebe Eva ist da etwas … unentspannt. Der Bauantrag wurde ja erst Anfang Mai gestellt – so schnell geht’s dann doch nicht. Die restliche Planung, der Vertrag mit der Firma Talis – unserem „Häuslesbauer des Vertrauens“ –, einige Rückfragen und Unterschriften von Talis haben die Abgabe noch etwas verzögert.
Da wir aber den Lauf der Bürokratie nicht beeinflussen können, nehme ich es so hin, wie es ist. Das ist wie mit dem Wetter. Und wie steht’s so schön im Kölner Grundgesetz: „Et es wie et es.“ Und ich bin sicher: Es wird!
Aber ich verstehe gut, was Eva meint – dieses Gefühl, auf der Stelle zu treten und doch ständig etwas tun zu müssen, zehrt. Das Warten ist manchmal wirklich eine Geduldsprobe. Vielleicht steckt in all dem Warten aber auch schon ein kleiner Neuanfang und es gut für etwas, was uns momentan noch gar nicht bewusst ist. Vielleicht ist genau diese Zeit unsere kleine Generalprobe für das, was danach kommt – ein Zuhause, das wir umso mehr zu schätzen wissen werden, weil es eben nicht einfach vom Himmel gefallen ist. Und nächstes Jahr um die Zeit sitzen wir dann auf unserer kleinen Terrasse und sagen, das Warten hat sich gelohnt.

Wenn Geduld wirklich eine Tugend ist, dann sollten wir mittlerweile reif für einen kleinen Heiligenschein sein! 😇. Und wie heißt es so schön: Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

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