Heute Morgen sind wir gemeinsam aufgewacht mit dem Gedanken: „Noch 2 Mal schlafen, dann endlich sind wir oben.“ Eigentlich haben bzw. hätten wir grade überhaupt keine Zeit, um weiter an unserem Blog zu arbeiten. Wir sind mitten im Umzugsstress! Und trotzdem schreiben wir daran? Seltsam, gell?
Aber der Reihe nach:
Mit Beginn des Neuen Jahres haben wir – wie bereits erwähnt – begonnen den Umzug zu planen, die Logistik dafür zu schaffen und zu packen. In Evas Elternhaus in 40 km Entfernung haben wir ja schon ca. 50 Kisten und Kartons zwischengelagert. Da kamen nun noch etliche dazu (wir sind grade bei Karton Nr. 110) und schlussendlich haben wir dort den kleinen Anhänger schon mal geladen. Im Grunde stand also alles auf „Go“.
Doch wie heißt es so schön? Nichts ist so beständig wie die Veränderung!
Denn schon wieder meinen diese elenden Plappertaschen (Romanbezeichnung für Schicksalsgöttinen), sie müssten sich einmischen. Irgendwie scheinen die uns eine Vollzeitbetreuung zukommen zu lassen.
Eva schaut ja im Gegensatz zu mir immer im Voraus aufs Wetter. Daher wusste Sie bereits, das sich ein richtiger Winter für Nordfriesland angesagt hatte. So kam es ja nun auch. An unserem zukünftigem, neuen zu Hause liegt mehr Schnee, als bei uns im Schwäbischen. Ich überlege schon, ob ich meine Langlaufski statt nach Frankreich nicht besser mit nach Eiderstedt nehmen soll. Aber Loipen kennen die da oben ja gar nicht. 🤔

Und heute ruft uns unser Bekannter und zukünftiger Zwischen-Wohnungsvermieter an und sagt uns, wir sollen zu Hause bleiben! Bei ihnen auf dem Land herrscht Schneechaos und zu unserer Wohnung können wir mit einem Transporter gar nicht hin. Der rutscht uns vorher vom (alten) Deich, denn diese kleinen Straßen (es sind ja eher asphaltierte Feldwege) werden nicht geräumt. Ausweichen geht sowieso nicht, da man bei Schnee nicht sieht, ab wo die Deichkrone wirklich abfällt. Auch die Milchlaster fahren nicht mehr zu den Höfen und unser Bekannter selbst hat alle Hände voll zu tun, seine Schafe zu retten und rein zu holen. Die kommen nicht mehr durch den Schnee, stehen am Fleck und bewegen sich nicht mehr, erzählt er uns. Seine klare Ansage: „Bleibt wo ihr seid!“
Na toll. Ein Miet-Transporter (unser „Kifferwagen“), ist bestellt, die Wohnung fast leer geräumt, Evas Werkstatt soweit eingepackt, dass nicht mehr gearbeitet werden kann. Zwei Umzugsprofis sind gebucht, ein paar Freunde zum Helfen engagiert und zwei Zugtickets für eine Rückfahrt gekauft, um das zweite Auto zu holen und noch ein paar Abschiedstreffen zu machen. Wetter doof!
Endlich mal wieder Schnee und dann gleich so ein Winter! In der Küstengegend dort gibt es normalerweise nur 5 Schneetage. Also Tage mit geschlossener Schneedecke – im JAHR! Die sind schon lange erreicht, es schneit weiter und an unserem geplanten Ankunftstag ist obendrein noch Schneesturm angesagt. Für die Besitzer von Schafherden ist das eine ernste Bedrohung. Wenn die Tiere nicht mehr durch den Schnee kommen – was ab ca. 15 cm Schneehöhe der Fall ist – können sie den Schnee nicht mehr bis zum Gras frei scharren, finden also nichts mehr zu fressen. Sie würden ohne Unterstand und Fütterung verhungern, erfrieren oder an Erschöpfung sterben. Da gehen die Tiere natürlich vor. Und was machen wir?

Wir grübeln noch, aber eine Lösung ist – durch den Schneefall hindurch – in Sichtweite. Man muss halt flexibel bleiben und wächst mit seinen Aufgaben.
Aber was das betrifft sind wir mittlerweile Riesen! Trotz dem Einsinken in den Kleiboden oder der Schneedecke und den blöden Schicksalsgöttinnen-Plappertaschen-Steineindenweglegern. Die können uns mal!
„Wir schaffen das!“ (Zitat Ende)
PS: Wie der “Kifferwagen“ zu seinem Namen kam:
Ich, Eva, wollte einer hilfswilligen Freundin per WhatsApp schreiben, dass wir einen KOFFERwagen gebucht hatten. Aber wir kennen das ja alle, die Rechtschreibkorrektur hat ihren eigenen Willen und ihre eigene Meinung zu allem. Vielleicht meinte sie, wir bräuchten etwas zur Beruhigung unserer Nerven oder wollte uns (bekennenden Nichtrauchern) ein paar schöne Träume schenken, ich weiß es nicht. Jedenfalls hat sie den Kofferwagen kurzerhand zu einem KIFFERwagen umfunktioniert: Also: Peace Leute, chillt mal ein bisschen 😉.

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