Es ist vollbracht! Zumindest ein wenig. Wir sitzen in Tetenbüll in einer Wohnung auf einem Bauernhof – mit Blick auf Weiden und Wiesen.
Zuerst mussten wir ja den Umzug umplanen. Pläne schmieden können wir mittlerweile hervorragend. Die Helfer wurden abbestellt, der Miet-Transporter umgebucht. Wir beschlossen einen Tag später hoch zu fahren, also am Tag nach dem Schneesturm-Freitag im Norden. Der Anhänger und die Wohnung waren ja beide schon voll mit Kisten. Was sollen wir da mittendrin blöd rumsitzen – macht ja auch keinen Spaß. Wir buchten also eine FeWo in Tönning, weil wir unseren Bekannten, bei denen wir ja sonst immer waren, nicht zur Last fallen wollten. Das war auch gut so, denn zwischenzeitlich kam ein Anruf vom Bauleiter. Am Montag arbeitet Talis weiter und wir haben dafür zu sorgen, das der Bautrupp und die nächste Materiallieferung sicher auf die Baustelle kommen. Also waren wir Schneeschaufel und Streumittel kaufen und nutzen die 2 gewonnenen Tage dazu, weiter einzupacken und die alte Wohnung schon mal zu streichen.

Die 810 km Fahrt waren bis auf wenige Kilometer völlig problemlos und schneefrei. Tatsächlich lag in Tönning mehr Schnee als bei uns und im Rest des von uns durchquerten Landes. Und nachdem das mal gut geklappt hat, kam natürlich gleich wieder ein Dämpfer obendrauf. Am nächsten Morgen parkt Lothar unser Gespann um und stellt fest: Unser Anhänger hatte einen Platten! Doof!
Wenn da jetzt ein Nagel drin ist, können wir den komplett abladen, dachte ich (Lothar) zuerst. Wohin dann mit den Kisten? Grrrrrrrrrummel. Und das bei -5*. Wir hatten aber Glück im Unglück. Mit dem Luftdruckgerät der benachbarten Tankstelle konnten wir den Reifen aufpumpen. 3 Mal hin und hergelaufen – und der Reifen behielt die Luft tatsächlich.
Am Montag haben wir uns dann gleich umgemeldet und dann ging es zur Wohnung. Mittlerweile konnte man da gut über den Deich hin fahren. Es war zwar ziemlich glatt, aber für uns Wintergewohnten kein Problem.

Nun hieß es mal wieder Kisten schleppen und – putzen. Denn leider war die Wohnung immer noch so „verratzt“, wie die letzten Bewohner die hinterlassen hatten. Unser Vermieter hatte ja – bei dem für Nordfriesen ungewohnten Schneechaos – genug damit zu tun, seine 2 Schafherden von den Weiden zu holen. Dabei ist er auf dem Eis zudem ausgerutscht, hatte sich die Schulter geprellt und war zur Kontrolle im Krankenhaus. Somit konnte er in der Wohnung leider nichts mehr machen. Wir hatten uns ja auch bewusst erst kurzfristig gemeldet um zu sagen, das wir bereits ums „Eck“ sind und die Wohnung nun beziehen könnten.
Das konnten wir, müssen jetzt aber erst mal Großreinemachen! Das ging mir echt auf den Keks, weil wir wirklich ALLES putzen mussten! Von den Decken über die Küche bis zu den Bodenfliesenfugen. Wohnung doof!
Nun aber sitzen wir in unserer „Guten Stube“, schauen auf eine frisch in Aloe-Vera-Grün gestrichene Küchenwand (Eva brauchte etwas fürs Gemüt) und können uns am Tag 3 hier endlich ein wenig wohl fühlen. Übermorgen geht es mit dem Zug, den wir schon vor drei Wochen gebucht hatten, zurück und dann folgt der zweite Teil des Umzugs.

PS: Das Streusalz vom Hornbach ist echt der Hammer! 10 Hände voll auf den Deich vor unserer Wohnung geschmissen – und 2 Tage später kilometerweit alles weggetaut! Geiles Zeug!

Kommentar verfassen