„Oh, was für ein Elend hat uns Heim gesucht!“
Nach unserer Herstellung wurden wir erstmal lieblos auf eine Palette gelegt und mit meterweise Folie eingepackt, bis wir keine Luft mehr bekamen. Dann ging es unsanft viele Kilometer durchs Land in einen Baumarkt. Dort beachtete uns niemand, wir wurden in eine Ecke gestellt und fertig. Nachdem wir zwei langweilige Wochen darauf warteten, zu unserem zukünftigem Zuhause zu kommen, passierte endlich was! Wir wurden, ohne das uns jemand mal richtig beachtete, auf einen LKW geladen und wieder unsanft über holpernde Straßen gerüttelt und geschüttelt. An unserem Bestimmungsort wurden wir dann ruppig abgesetzt und unsere Palette einfach im Garten platziert. Ohne jeden Schutz außer der engen Plastikhülle mussten wir hier ein ganzes Wochenende liegen, Sonne, Regen und Sturm ausgesetzt.

Am Montag schien dann die Erlösung nahe, wir hofften darauf, dass wir unseren vorherbestimmten Platz würden einnehmen können. Aber Ach, unser Elend sollte noch nicht vorüber sein! Der zuständige Türenmeister verweigerte die Arbeit mit uns, da wir uns ja noch nicht an unsere zukünftige Umgebung hatten gewöhnen können. 24 Stunden hätten wir im trockenen Haus liegen sollen- aufatmend und entspannend anstatt den Naturgewalten ausgesetzt, nur geschützt durch und eingezwängt in eine Folie, die uns den Atem nahm. Der Türenmeister vermochte unser Leid wenigstens zu lindern. Durch einen Anruf erschienen alsbald bereitwillige Helfer, um ums auszupacken und zu unserem zukünftigen Platz zu bringen. Trotz der Freude darüber gab es auch wieder einen traurigen Moment: drei von uns waren nämlich gar nicht erwünscht! Sie würden uns schon am nächsten Tag verlassen müssen.
Und so kam es dann auch am nächsten Tag. Drei unserer Schwestern wurden wieder mitgenommen und . . . wir wissen leider nicht, was mit ihnen geschieht. Die Herrschaften wollten lieber bleichere Türen, – die haben ja keine Ahnung.
Nachdem wir uns an unser neues Heim hatten gewöhnen können, kam der Türenmeister und wir wurden nach und nach an unsere Plätze gebracht, wo wir fortan unsere treuen Dienste tun werden. Da unsere neuen Herrschaften doch geschlagene 18 Wochen auf unsere Ankunft hatten warten müssen, so ist ihre Freude nun umso größer.

Der einzige Wermutstropfen waren unsere drei Schwestern, die unsere Herrschaften so nicht wollten. Aber hier sollen dann schon in 5-6 Wochen die passenden Gefährten Einzug halten und uns Gesellschaft leisten – also in absehbarer Zeit. Wobei…bei uns hatte es anfangs auch geheißen, dass wir nach nur 6-8 Wochen würden unseren Platz einnehmen dürfen. Wir werden also sehen, wann unsere Gemeinschaft endlich komplett sein wird.
Nachtrag: Mittlerweile sind 13 Wochen vergangen und unser Anbau ist immer noch türenlos. Wat schöölt wi seggen . . .

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