Heute ging es endlich mal wieder für einen Tag nach Amrum. Freunde aus meinem früheren Chor verbrachten dort ihren Urlaub, und wir hatten uns zu einem Treffen verabredet. Eine weitere Bekannte war zufällig zur Rehabilitation auf Föhr. Die luden wir kurzerhand ebenfalls nach Amrum ein, sodass ich mich auf ein Wiedersehen mit schwäbischen Freunden freuen konnte. Und entgegen dem Titelbild sollte es ein wunderschöner Tag werden.
Nach einer entspannten Fahrt mit der allerersten Fähre 🥱 trafen wir uns mit dem Sänger-Ehepaar am Hafen. Anschließend stand ein gemütliches Frühstück im Café Pustekuchen auf dem Programm. Eines unserer drei Lieblingscafés, dem wir demnächst in unseren Amrum-Top-Ten noch einen eigenen Blogbeitrag widmen werden.
Sonntags bietet das Café Pustekuchen ein Buffet an. Und zwar ein sehr reichhaltiges! Da wir die frühe Fähre genommen hatten, blieb genügend Zeit, um ausgiebig und ausgesprochen lecker zu frühstücken. Eva nutzte außerdem die Gelegenheit, sich mit meinen Freunden bekannt zu machen. Mittendrin holte ich noch meine Bekannte von der Fähre aus Föhr ab. Sie brachte auch gleich eine neue Bekanntschaft aus ihrer Reha mit.
So schlemmten und klönten wir in gemütlicher Runde bis in den späten Vormittag hinein. Anschließend ging es auf den Bohlenwegen durch die Dünen zum Aussichtspunkt zwischen Wittdün und dem Leuchtturm. Dort ließen wir den Blick über den Kniepsand, die Nordsee bis hin zur Insel Pellworm und die weite Dünenlandschaft schweifen – und dieser Blick machte uns gleichfalls wieder bewusst, warum wir diese Insel so lieben.

Meine Freunde aus dem früheren Chor sind ja bereits seit langem Amrum-Fans. Den anderen mussten wir danach natürlich unbedingt den Kniepsand aus der Nähe zeigen.
Also marschierten wir barfuß vom Wriakhörnsee aus durch die Dünen und dann den weiten Weg bis ans Wasser. Es war nämlich grade Ebbe und da sind die Wege bekanntlich ein gutes Stück länger.
Wenn es einen Ort gibt, der den Begriff „Weite“ neu definiert, dann ist es der Kniepsand auf Amrum. Dieser wohl eindrucksvollste Strand der Nordsee erstreckt sich über rund 15 Kilometer entlang der Westküste Amrums. Zwischen Nordsee und den hohen Dünen liegt er da: bis zu 2 km breit, mal sanft geschwungen, mal schnurgerade, immer offen, lichtdurchflutet und still.
Wie stand es irgendwo so schön geschrieben:
„Wer hier ankommt, spürt schnell: Amrum ist anders. Und wer hier verweilt, weiß, warum Urlaub auf Amrum für viele zu einem Sehnsuchtsort geworden ist.“
Das können wir uneingeschränkt unterschreiben!
Das Wetter war angenehm, die Wassertemperatur ebenfalls, auch wenn wir uns darauf beschränkten, die Füße ins Wasser zu halten. Wir hatten alle Zeit der Welt, genossen die unendliche Weite und die wenigen Menschen am Strand. Es war einfach saugemütlich.

Doch irgendwann war Schluss mit der Strandidylle. Unsere beiden Föhrer bekamen Hunger. Ihr karges Reha-Frühstück lag schließlich schon eine ganze Weile zurück. Also machten wir uns auf den Rückweg nach Wittdün und kehrten in der Strandbar „Seehund“ ein.
Nach einem kleinen Imbiss und einem gemütlichen Klönschnack mussten unsere Föhrer wieder auf die Fähre. Schließlich wartete in der Rehaklinik das Abendessen auf sie. Und das wollte man offenbar nicht zugunsten eines weiteren Strandbesuchs ausfallen lassen.
Wir verabschiedeten uns kurz darauf auch von meinen Freunden und umrundeten anschließend noch einmal die Südspitze von Wittdün.
An der Promenade bekamen wir zufälligerweise mit, wie ein junger Naturkundeführer einer Gruppe einiges über die Amrumer Vogelwelt erzählte. Amrum ist schließlich Rast- und Brutgebiet für die verschiedensten See- und Zugvögel. Seine Ausführungen klangen ausgesprochen interessant!

geschütztes Vogelparadies an der südlichen Spitze des Kniepsands.
Einer dieser Zugvögel, die auf ihrer langen Reise von Nordeuropa bis nach Afrika auf Amrum rasten, ist der Knutt. Im Watt kann man ihn leicht für einen unscheinbaren kleinen Vogel halten. Dabei hat er so manche überraschende Leistung zu bieten.
Während wir vor einer langen Reise noch schnell den Koffer packen, geht der Knutt erst mal in sich und ans „Eingemachte“. Denn was er von seiner Inneneinrichtung unterwegs nicht unbedingt braucht, wird vorübergehend ausgebaut!
Der Knutt kann während seiner Zugvorbereitung tatsächlich bestimmte innere Organe, darunter Teile des Verdauungssystems zurückbilden. Dadurch spart er Gewicht. Gleichzeitig werden seine Flugmuskeln leistungsfähiger. Ein beneidenswertes Konzept – und für uns ziemlich schwer vorstellbar!

Leider mussten auch wir irgendwann dann zu unserer Fähre und konnten nicht länger zuhören. Aber wir haben uns fest vorgenommen, bei unserem nächsten Besuch eine solche Führung selbst mitzumachen. Selbstverständlich berichten wir dann auch darüber.
Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass es diese Führung sogar in unsere Amrum-Top-Ten schaffen könnte!
Wir werden sehen.

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