Ja, warum grade Amrum? Die Insel hat mich, Lothar, vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Fangen wir mit dem zehn Kilometer langen Strand an, dem Kniepsand – übrigens einer der breitesten Sandstrände Europas. Der Strand ist riesig – so weit und breit, dass man fast glauben könnte, das Meer habe sich aus Respekt vor dieser Insel immer weiter zurückgezogen. Dabei ist es genau umgekehrt: Amrum zieht den Sand geradezu magisch an. Was das rauhe Meer an der Nachbarinsel Sylt abträgt, wird an der West- und Südseite Amrums angespült.
Diese unglaubliche Weite – und vor allem die absolute Ruhe! Also, in der Vorsaison kann man hier tatsächlich lange Spaziergänge machen ohne groß jemandem zu begegnen. Naja, außer den vielen Möwen, die auch ihren Platz am Strand beanspruchen. Aber auch sie verlieren sich in der Weite dieses atemberaubenden Sandkastens. Diese endlosen Strandspaziergänge sind einfach ein Traum! Und das Licht … je nach Wetter und Tageszeit zaubert es immer neue Stimmungen an den Horizont. Einfach magisch!
Der Strand in St. Peter-Ording ist zwar ähnlich, aber eben doch ganz anders – vor allem voller und deutlich teurer!

Und dann die Dünen! Sie gehören zu den weitläufigsten Dünengebieten Deutschlands. Am liebsten würde ich mich in diese weichen Sandwellen hineinkuscheln – aber sie stehen selbstverständlich unter Naturschutz. In manchen Dünenmulden findet man den feinsten Sand, den man sich nur vorstellen kann. Herrlich anzuschauen, aber schwer zu durchqueren. Auf dem Dünenwanderweg südlich vom Leuchtturm ist das noch erlaubt – ein echtes Erlebnis.
Mich fasziniert vor allem die Natur, denn Amrum ist unglaublich vielseitig. Die Bohlenwege, die durch die Dünen führen, leiten einen weiter in die angrenzende Heidelandschaft. Wenn im August die Heide blüht, tauchen lila und rosafarbene Töne die Insel in ein märchenhaftes Licht – habe ich gelesen. Das will ich mir dann bald endlich selbst anschauen! Hier wachsen vor allem Besenheide, Birken und Kiefern. Dahinter beginnt der Waldgürtel, in dem man auf unbefestigten Sand- und Waldwegen weiterlaufen kann.

Amrum bietet die Abwechslung, die ich nicht nur im Urlaub so liebe. Aber nicht nur die Westseite zieht mich magisch an – auch das Watt auf der Ostseite hat seinen eigenen Reiz. Von der Nordostspitze der Insel aus kann man mit erfahrenen Wattführern bis nach Föhr wandern – oder natürlich auch andersherum.
Im Naturschutzgebiet Amrumer Odde nutzen außerhalb der Brutzeit tausende Zugvögel die Insel als Rastgebiet. Mit dem Verein Jordsand kann man hier geführte Touren ins Schutzgebiet machen. Südöstlich davon liegt die Norddorfer Marsch, wo man beim Spazierengehen verschiedene Gänse- und Möwenarten sowie Zug- und Seevögel wie Austernfischer, Kiebitze, Knutts und Alpenstrandläufer beobachten kann. Wer sich für Vögel interessiert, ist hier genau richtig – Amrum hat die größte Vogelvielfalt an der deutschen Küste. Diese Vielfalt begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Es ist im Frühjahr fast wie eine kleine Birdwatching-Tour!
Außerdem habe ich auf Amrum seit Jahrzehnten erstmals wieder einen Fasan gesehen. Die sonst scheuen Tiere sind hier so zahlreich, dass sie einfach stehen bleiben, dich anschauen und zu denken scheinen: „Ach, was soll’s, der verschwindet ja bald wieder – von unserer Insel.“

Und dann sind da noch die idyllischen Dorfkerne mit ihren wunderschönen reetgedeckten Häusern. Besonders Nebel hat seinen ganz eigenen Charme. Und nicht zu vergessen: die Menschen. Die Inselbewohner scheinen alle eine Extra-Portion Freundlichkeit in der Tasche zu haben – und irgendwie vergeht die Zeit auf Amrum einfach anders. Vielleicht liegt es an der besonderen Inselmagie – oder vielleicht nur an meinem Urlaubsmodus. Aber ganz ehrlich? Ich will gar nicht wissen, woran es liegt. Es ist einfach schön hier. Punkt.

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