April 2024 – Sondierungen

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Wir schauen nun doch tatsächlich nach Wohnraum auf Amrum. Die Insel ist ja wie bereits erwähnt für uns – und natürlich nicht nur für uns – die schönste der Nordfriesischen Inseln und beeindruckt uns mit ihrer Vielfältigkeit, den endlosen Sandstränden (es ist ja im Grunde nur einer) und einer einzigartigen Natur. Hier würden wir gerne leben. Was steht zur Debatte?

Zuerst Norddorf. Wie der Name sagt, das nördlichste der drei Inseldörfer. Von hier aus ist man in ungefähr einer Stunde oben an der Nordodde. Hier findet man im Spätwinter Robben und Seehunde, und auf ungefähr der halben Strecke geht es bei den Wattwanderungen ins Watt, bzw. kommt man hier wieder auf Amrum an. In der anderen Richtung, zur Meerseite hin kommt man an den Kniepsand oder man kann hinter den Dünen über die vielen Bohlenwege laufen. Reichlich Auslauf also für kurze oder auch längere Spaziergänge.

Der Ort selber kann leider nicht mit vielen Reetdachhäusern punkten. 1925 gab es hier einen großen Brand, bei dem viele der reetgedeckten Häuser vernichtet wurden. Danach wurden aus Brandschutzgründen lange nur noch Ziegeldächer erlaubt. Norddorf hat trotzdem sein eigenes Flair und wäre auf jeden Fall eine Option.

Ein typisches Haus in Nebel

Dann ist da Nebel, das Dorf in der Inselmitte. Nebel hat von allen Orten hier weitaus an meisten Charme, was an den vielen noch existierenden reetgedeckten Häusern liegt. Eines schöner als das andere, aber Eva trotzdem nicht geheuer. Im Reet leben nämlich sehr gerne und sehr viele (und Eva zu viele) Spinnen – und Eva hat eine ausgeprägte Spinnenphobie. Zum Anderen bringt es Evas Beruf mit sich, dass sie viel mit Feuer arbeitet, da ist ein trockenes Reetdach vielleicht nicht die Ideallösung. Und wir lieben es auch, mit Kerzen oder kleinen Feuern auf dem Balkon oder in Zukunft hoffentlich im Garten zu sitzen, und das ist dann auch nicht ganz so prickelnd, Stichwort „Funkenflug“. Egal, auch in Nebel würden wir uns wohl fühlen, es kommt also auch in die engere Wahl. 

Dann zu guter Letzt: Wittdün, ganz im Süden der Insel gelegen, der jüngste Ort auf Amrum. Hier kommen die Fähren an, man ist in kürzester Zeit am riesigen Kniepsandbogen und, so jedenfalls mein Gefühl, hier tobt das Leben. Während die anderen Orte ruhig und beschaulich da liegen, wimmelt es in Wittdün vor Menschen. Beim Thema „Charme“ kann Wittdün nicht mit den anderen Dörfen mithalten, dafür trumpft es mit viel Abwechslung auf. Hier ist es nicht weit (aber was ist auf Amrum schon weit😉) zum Wasser, denn Wittdün ist praktisch auf drei Seiten vom Meer umgeben. Dann gibt es da den Seezeichenhafen und die Bohlenwege zum Wriakhörnsee, auf dem zeitweise auch unzählige Vögel rasten. Über den Dünenwanderweg kommt man zum Leuchtturm, und auch die Blaue Maus, Amrums Kult-Kneipe mit hunderten Sorten an Whisky, Rum und anderen Köstlichkeiten ist fußläufig zu erreichen. Bei deren Getränkekarte ein nicht unwichtiger Punkt.

Der Wriakhörnsee zwischen Wittdün und Süddorf.

Kurz gesagt, egal wo, wir würden uns wahrscheinlich in jedem der Orte wohl fühlen. Aber was suchen wir denn eigentlich?

Eine kleine Miet- oder Eigentumswohnung? „Nee“, kommt für uns nicht in Frage, da waren wir uns ziemlich schnell einig. Wir sind beide Gärtner mit Leidenschaft und ein eigenes Grundstück, auf dem wir uns in der Hinsicht voll entfalten können, ist unser Traum! Wir wollen einen Garten. Basta! Also muss ein Haus her.

Aber die Immobilienlandschaft auf Amrum erweist sich als echte Herausforderung. Viel ist eh nicht im Angebot.

In Nebel lockt eine alte, reetgedeckte Villa – ein malerisches Gebäude, das Geschichte atmet, jedoch mit einem Preis von 1,6 Millionen Euro nicht ganz in unser Budget passt. In Wittdün haben wir ein kleines, renovierungsbedürftiges Häuschen entdeckt, das für etwa 800.000 Euro angeboten wird. Die Preise auf dieser charmanten Insel erinnern uns stark an die Immobilienmärkte im Raum Stuttgart, wo wir wohnen. Unser Geld haben wir gezählt. Es ist mehr als gedacht. Reicht aber trotzdem nicht. – Doof!

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