Ein Haus! In Norddorf – einem der ältesten Orte auf Amrum und dem Startpunkt für Wattwanderungen nach Föhr. Eine ältere Pension mit Charakter: Der Eingangsbereich hat einen wunderschönen Terrazzoboden, der sofort ins Auge fällt. Tatsächlich hatten wir das Haus schon im März bei einem Spaziergang von außen begutachtet, als wir in Norddorf unsere Ferienwohnung hatten. Jetzt schauen wir es uns ernsthaft an. Und ja – es hat Charme. Viel Charme. Vielleicht sogar zu viel, um vernünftig zu bleiben.
Im Obergeschoss gibt es sechs (oder waren es sogar acht?) Gästezimmer – alle mit einem gewissen Renovierungsbedarf. Also sagen wir’s wie es ist: Man müsste so ziemlich alles anfassen. Aber das Gute daran? Man kann sich kreativ austoben! Das Schlechte? Naja … das kostet halt.
Könnten wir es uns leisten? Vielleicht. Wenn beim Preis noch was geht. Oder wenn Eva endlich im Lotto gewinnt – was ehrlich gesagt der realistischere Plan B ist. Aber was müsste alles gemacht werden? Bäder, Heizung, Elektrik – das volle Programm. Und was kostet das alles auf Amrum, wo mancher Handwerker nicht nur den Lohn, sondern auch noch die Fährüberfahrt oder einen Inselzuschlag mit berechnet?
Und wie würden wir das Ganze, für unsere Bedürfnisse zu große Haus, eigentlich nutzen? Ok, Eva braucht einen großen Raum für ihre Werkstatt, ich ein Büro. Und der Rest vom Test? Ferienwohnungen einrichten? Klar! Oder tatsächlich eine kleine Pension betreiben? Vielleicht auch machbar. Oder vielleicht . . . hm, schwierig.
Fragen über Fragen!

Und dann immer wieder diese eine Frage: Sind wir eigentlich komplett verrückt? Haben wir im Überschwang des Inselzaubers, des Sonnenscheins und dieser frischen Liebe einfach die Realität aus dem Blick verloren? Sehen wir alles durch die rosarote Brille, während der Immobilienhai auf der anderen Seite schon den Taschenrechner füttert?
Sind wir blind oder einfach nur blöd? Sehr wahrscheinlich beides. Aber wer weiß – vielleicht braucht es genau das, um Träume wahr werden zu lassen.

Kommentar verfassen