Mein (Evas) großer Sohn ist ein echter Technik-Enthusiast – dank seiner Dauerkarte für das Technikmuseum Sinsheim und Speyer ist er dort fast Stammgast. An diesem besonderen Tag stand in Sinsheim ein echtes Großereignis bevor – im wahrsten Sinne des Wortes: Ein U-Boot war angekommen! Die letzten Monate hatte es eine abenteuerliche Reise über Wasser und Land hinter sich gebracht – und nun fehlten nur noch rund 500 Meter bis zum endgültigen Ziel.
Das Museum hatte ein großes Spektakel auf die Beine gestellt, um das U17 auf seinem letzten Stück zu begleiten und gebührend zu empfangen. Die Stimmung war voller Vorfreude und Spannung. Wir standen an der Straße, gespannt und ungeduldig, wann es endlich losgehen würde. Mein Sohn und eine Bekannte von ihm zogen schon mal weiter, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

Lothar und ich blieben zurück, saßen auf einem großen Stein am Straßenrand und warteten. Inmitten des Trubels sprachen wir – wie so oft – über unsere Zukunftspläne. Einen Moment lang schauten uns an und waren völlig in uns vertieft, immer wieder ungläubig ob der Größe unserer Pläne.
Und dann geschah etwas Unerwartetes.
Ein Radfahrer kam von rechts angefahren, hielt direkt vor uns an und sagte mit einem Lächeln:
„Ihr gebt so ein schönes Bild ab, man möchte euch gerne fotografieren.“
Bevor wir richtig reagieren konnten, war er auch schon wieder nach rechts verschwunden – wir konnten ihm noch nicht einmal ein schnelles „Danke“ mitgeben.
Er hatte extra umgedreht, nur um uns das zu sagen. Einfach so. Ohne Grund – außer, jemandem etwas Gutes zu tun. Wir blieben wie verzaubert zurück. Gibt es das heute wirklich noch? Dass jemand inne hält, um fremden Menschen ein Kompliment zu machen – nur um ihnen ein Lächeln zu schenken?

Später sagten wir zueinander: Vielleicht war das gar kein Zufall. Vielleicht war das einer dieser seltenen Momente, in denen einem das Leben einen kleinen Gruß schickt – hier durch einen „radelnden Engel“. Als wollte es uns sagen: „Ihr macht alles richtig. Und wenn es mal schwierig wird – ihr habt einander.“
Wir denken oft an diesen Moment zurück. Und an diesen unbekannten Radfahrer, dem wir in Gedanken immer wieder viele liebe Wünsche schicken – wohin auch immer ihn sein Weg geführt hat.


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