Es herbstet. Der Wind pfeift um die Ecken und uns immer neue Ideen und Bilder in die Köpfe. . . . „Wenn wir die Küche nach rechts nehmen, könnte der Flur kleiner werden.“ „Ja Schatz, aber dann liegt das Wohnzimmer im Südosten und wir haben nach der Arbeit keine Sonne mehr! Aber ich dachte, wir könnten doch im Bad auch so ein Aufsatz-Waschbecken nehmen!“ „Nein ich will kein Aufsatz-Waschbecken, weil man das unten herum nicht richtig putzen kann und das Holz vom Schränkchen wird dann sicher auch immer naß.“ Und so weiter und so weiter. Aber wir haben auch beide Spaß daran.
So konnten wir den Grundriss perfektionieren, stimmten uns über Böden und Fliesen ab und suchten schon mal nach einem Schwedenofen für das Wohnzimmer. Könnt Ihr euch vorstellen, was uns so alles ins Hirn kam, mit Wünschen und Ideen? Und wenn wir uns mit dem Boden im Arbeitsbereich mal einig waren, kam irgendwoher – wie mit der Werbung herein geworfen – ein neuer interessanter Farbvorschlag. Meist ziehen wir an einem Strang, manchmal an zwei unterschiedlichen Enden… aber am Ende finden wir immer einen Knoten, der uns beide zufriedenstellt. Nach der Arbeit sitzen wir oft zusammen und schieben ausgeschnittene kleine Möbelschnipsel auf einem Grundriss hin und her. Tetris für Häuslesbauer!

Und da Eva dann vor Weihnachten eine Auszeit von der ganzen Planerei brauchte, habe ich mir ein weiteres Projekt ausgedacht, um mich zu beschäftigen (Stichwort “Hummeln im Hintern“ oder „man hat ja sonst nichts zu tun“😜): Ich hatte die Idee, Freunden ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk „zu basteln“.
Denn Dietlind und José haben in Brasilien schon vor über 30 Jahren ein soziales Projekt ins Leben gerufen – damals eher aus der Not heraus. Bis heute überlebt das „Haus der Zuflucht“ nur dank treuer Unterstützung aus Deutschland. Damit das auch in Zukunft so bleibt, haben wir dem „Casa“ kurzerhand eine Homepage erstellt und spendiert. Schaut ruhig mal rein: https://casa-do-amparo.jimdosite.com/.

Und weil es ein kleines, eher unbekanntes Projekt ist: Spenden sind dort wirklich willkommen.
(Ok, wir hatten versprochen, das es hier keine Werbung geben soll. Vielleicht müssen wir das ändern in: Nur Werbung in eigener Sache – wozu das Casa auch zählt).
Jedenfalls rauchten uns abends öfters die Köpfe – mal weil nicht alle Elektrogeräte in die Küche passten, mal weil bei Jimdo das Design nicht so klappte oder – egal aus welchem Grund. So ließen wir manchen Abend gemütlich bei einem Glas Whisky ausklingen und wünschten uns in die Blaue Maus.
Apropos Whisky und Blaue Maus! Wie wäre es mit einem der in „über den blog“ angekündigten Geheimtipps für Amrum?
Aus unseren „Amrumer Top Ten“ – Die „Blaue Maus„

Eigentlich müssen wir gleich zu Anfang gestehen, das die Blaue Maus leider kein Geheimtipp mehr ist. Sie steht wohl auch im Expedia.de-Reiseführer. Und zumindest unter Whisky-Liebhabern ist sie weit bekannt. Denn 2014 wurde die ur-gemütliche Inselgaststätte mit einem “Whisky Award” ausgezeichnet. Die Blaue Maus ist nämlich eine Kultkneipe mit einer herausragenden Whiskykarte. Über 400 vorwiegend schottische Whiskys sind im Angebot. Vom gängigen Glenfiddich bis hin zum letzten noch lebenden Fass einer schon längst gestorbenen Destillerie ist alles zu haben. Die Auswahl, das Sortiment, Tasting Programm, Expertise und Beratung sind die hauptsächlichen Bewertungskriterien, wenn es um den Rang von “Germany’s Best Whisky Bar” geht. Und die Maus ist da wohl echt gut, verfügt über einen eigenen Shop sowie eigene Whiskyabfüllungen. Quasi nur für Maus-Fans!

Die Blaue Maus (früher offiziell „Zum Leuchtturm), gibt es seit 1950 und wird bereits seit 1970 vom Inhaber Jan van der Weppen geführt. Sie liegt zwischen dem Ortsausgang von Wittdün und dem Leuchtturm und hat sogar eine eigenen Bushaltestelle. Und spätestens jetzt ist sie bei allen Amrum-Urlaubern die ohne Auto kommen, im Kopf. Außen ist die Maus mit haufenweise Strandgut und einem Sammelsurium von Hinweissschildern geschmückt. Drinnen geht der Dekostil mit allerhand Fundstücken, Mitbringsel und Geschenken so weiter. Es finden sich viel Holz, gedimmtes Licht, der Duft von Seeluft und Single Malt. Ein typischer Pub also. Wer die Blaue Maus betritt, lässt Alltag, Alter und Zeitgefühl draußen und taucht ab in die Jugend, wo ich in ähnlichen Bars und Pubs wie z.B. der Jazzgalerie in Salzgitter, aufwuchs. Die Blaue Maus warb sogar mit der Entschuldigung, das es hier „weder WLAN noch Sky gibt . . . und die Gäste miteinander reden . . . und eine gute Zeit haben.“
Wer also Whisky liebt oder sich mal herantasten möchte, ist hier bestens aufgehoben. Whiskykenner kommen extra hier her, um einen besonderen Whisky zu probieren oder gleich einige Flaschen zu kaufen. Selbstverständlich gibt es auch alle anderen Getränke, Cocktails, Rum und Gin, alkoholfreies und eine Speisekarte in der Blauen Maus.

Wie die Kneipe zum Namen kam ist übrigens nicht ganz sicher. Eine Geschichte sagt, das die Tochter der ersten Besitzer immer mit blauem Kleid herum gelaufen sei, eine andere, dass die Gäste nach Verlassen des Schuppens immer blaue Mäuse sahen. Wir jedenfalls haben bisher, wenn wir nach unserem privaten Whiskytasting aus unserem neuen Lieblingspub kamen, weder weiße noch blaue Mäuse gesehen. Aber wir werden die Namensfindung aufklären, wenn wir wieder dort sind! Und das wird nicht so selten sein, als wie man denken könnte.
PS. Wir haben leider kaum eigene Fotos von innen, da das Fotografieren drinnen nicht erwünscht ist.

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