So langsam fühlt es sich schon an wie unsere zweite Heimat. Wir waren wieder ein paar Tage auf Eiderstedt, auf unserem gewohnten Ferienhof. Hier wollten wir uns nach den anstrengenden letzten Monaten etwas erholen, und vielleicht auch mal bei „Talis“ vorbei schauen, unserem Holzhaus-Hersteller. Wir wollten ja schließlich mit dem Hausplan weiter kommen. Also fuhren wir nach Weihnachten wieder gen Norden.
Es ist ein typischer Winter für den Norden, nasskalt, etwas windig, dann mal stürmischer Regen, ein wenig Schnee. Wir genießen die paar Tage, fahren mal ans Meer, machen bei Wind und Wetter Spaziergänge und nehmen Termine wahr. Eva hauptsächlich bei Ärzten, denn sie hat plötzlich ziemliche Hautprobleme. Über die Feiertage einen Hautarzt zu finden, der offen hat, ist hier in Nordfriesland schon schwer. Wie wäre das jetzt auf Amrum? Ein Fall für den Heli ist sowas ja nun wirklich nicht. Das heißt, sie müßte die Fähre nehmen und dann mit dem Auto nach Husum. Das wäre dann für den einen Arztbesuch eine Tagesreise! Vielleicht doch gut, das wir uns für das Festland entschieden haben. Leider haben wir durch Evas Krankheitssymptome und der damit verbundenen mäßigen Laune, keine Zeit unserer geliebten Insel einen Tagesausflug abzustatten. Auf Amrum ist es im Winter ja noch ruhiger als sonst. In der Nähe der Insel gebären Kegelrobben zu dieser Jahreszeit ihre Jungen. Manche weichen sogar auf den Kniepsand aus, ein Schauspiel das man mit viel Glück sogar bei einem Strandspaziergang beobachten könnte. Natürlich nur aus sicherer Entfernung. Für uns dann vielleicht mal in ein, zwei Jahren.

So blieb uns nur die Strandpromenade von St. Peter Ording für einen rauen Winterspaziergang. Wir parken in SPO-Böhl, ganz im Süden. Frisch bis stürmisch der Wind, es regnet. Trotzdem sind einige Menschen am Deich in und von SPO aus unterwegs. Ein Winterurlaub an der Nordsee heißt eben auch: Faszinierende Naturschauspiele, tosende Brandungen, sich Durchpusten lassen und Auftanken. Wanderungen am Strand und auf dem Deich sind Garanten fürs Runterkommen. Es ist Zeit zum Erleben der Natur in ihrer reinsten und elementarsten Form. Ein tiefes, dunkles Blau liegt über der Küste und zerrissene Wolken jagen vorüber. Das Meer hat sich zurückgezogen und wartet auf den nächsten Angriff. Wasser gibt es nun leider nur von oben und schräg von vorne. Wir stemmen uns gegen den Wind, laufen bis nach SPO-Dorf hoch. Anfangs ließ der Regen mal nach. Beim Ortsteil Bad kommen zwei Damen auf den Deich – eine im Pelzmäntelchen, die andere im chicen Mantel. Manche lernen es nie. Hier und jetzt zählt Schönheit nunmal nicht, da wäre praktische Kleidung angebrachter. Kurz darauf fängt es richtig an zu regnen, der Wind nimmt zu. Eva muss Pipi und wir gehen im OT-Dorf ins Zentrum, laufen dann nordöstlich vom Ort weiter. Nun regnet es heftig und beständig. Ob die 2 chicken Damen es rechtzeitig zurück geschafft haben? Für uns ist es jedenfalls Zeit, den Rückweg an zu treten.

Nach diesem wunderbaren Spaziergang kamen wir völlig durchnässt, aber glücklich wieder am Auto an und freuten uns auf das, was diese rauen Tage so schön macht. Die Tasse Tee mit Kandis und Milch, im warmen Haus, auf einem weichen Sofa. Seufz. 🫠

Kommentar verfassen