Es ist passiert – wir haben Nägel mit Köpfen gemacht! Manchmal fühlen sich große Schritte ganz unscheinbar an: ein Termin beim Notar, ein paar Unterschriften – und zack, gehört einem plötzlich ein Stück Erde. Genau so war es am 7. Februar, als wir nach Tönning gefahren sind und unser Grundstück gekauft haben. Eigentlich sollte dieser Moment schon im Januar stattfinden, aber offenbar brauchte unser neues Kapitel noch etwas Vorlaufzeit. Jetzt ist es offiziell – und wir freuen uns riesig darauf, diesen Fleck Boden mit Leben zu füllen.
Bisher hatten wir unser Grundstück und die Geschichte dahinter ja nur kurz gestreift. Zeit also für eine kleine Zusammenfassung:
Unser Traum, auf Amrum zu leben, scheiterte damals an der Kombination aus fehlendem Angebot und unbezahlbaren Preisen. Also richteten wir unseren Blick aufs Festland. Doch auch hier wollte uns kein vorhandenes Haus so recht überzeugen – und die Idee, vielleicht sogar selbst zu bauen, gewann an Charme.

Dann kam der Zufall ins Spiel: quasi „exklusiv und handverlesen“ wurde uns ein Grundstück angeboten. Und das war ein echter Glücksfall! Unsere Verkäufer hatten auf dem Grundstück ein Holzhaus der Firma Talis bauen wollen, unserem Häuslesbauer! Es gibt eine noch laufende Baugenehmigung, was uns die Sache natürlich erleichtert. Wenn wir deren Bauplanung übernommen hätten, könnten wir wohl jetzt (zur Beitragsveröffentlichung heute) schon einziehen. Aber . . . wir hatten andere Pläne.
Unser Grundstück liegt quasi mitten in Tönning, nur 100 Meter Luftlinie vom Marktplatz entfernt und doch idyllisch verborgen hinter Bäumen in zweiter Reihe. Im „Ländle“ würde man da mindestens vier Häuser drauf bauen (müssen)! Wir aber haben nur eine direkte Nachbarin und an 2 Seiten grenzen Wiesengrundstücke an. Und so warten nun 1.125 Quadratmeter darauf, dass wir uns eines Tages austoben – gartentechnisch, versteht sich! Ihr erinnert euch: wir sind von der Sorte, die gerne im Dreck wühlt, bis es blüht!

Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind doch völlig verrückt, das alles nochmal auf uns zu nehmen – in unserem Alter! Ein Haus zu bauen – ok, bauen zu lassen-, nochmal ganz von vorne anzufangen, 800 km weg von der Gegend, in der wir die letzten 40 Jahre gelebt haben, bzw. aufgewachsen sind. Unsere Freude und Familie zurück zu lassen, nur zu zweit in den „kühlen“ Norden zu gehen . . . wie schräg ist das denn?
Die Frage an uns selbst war: Wenn nicht jetzt wann dann? In zehn Jahren, als Geburtstagsgeschenk zu Lothars 70. etwa? Nein, ganz sicher nicht!
Es heißt ja, „irgendwann“ ist ein anderes Wort für „Nie“, und Nie ist keine Option. Das hätte bedeutet, den Rest von unserem Leben einem Traum nachzutrauern, für den wir nicht mutig genug gewesen waren. Wir haben die letzten Jahre genug getrauert, das reicht für den Rest unseres Lebens. Also Augen zu und durch! Wir werden unseren Traum leben, mit allem, was dazu gehört. Basta! Ok, zugegebenermaßen die abgespeckte Version des Traumes, auf Amrum zu wohnen, aber immerhin ist Amrum fast in Sichtweite.


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