Wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Es ist ein wunderschöner, sonniger Dienstag, es geht eine angenehme Brise und wir sitzen – genau auf Amrum in einem Strandkorb. Wie konnte das denn passieren ist jetzt sicher die Frage.

Ganz einfach: ich hatte schon seit über 30 Jahren ein Überbein/Ganglion am rechten Handgelenk. In der letzten Zeit hat es immer mehr gestört und so hatte ich mich dazu entschieden, es entfernen zu lassen. Das ging unerwartet kurzfristig. Der Nachteil: ich kann erst einmal ca 10-14 Tage nicht arbeiten. Und was machen Selbstständige, wenn sie krankheitsbedingt nicht arbeiten können? Genau, Urlaub. Und die Gelegenheit nutzen. Also haben wir flugs ein paar Termine wegen dem Haus gemacht, aber auch für ein paar Tage eine kleine Ferienwohnung auf Amrum gebucht.
Und kurz darauf haben wir unseren Wohnwagen angehängt und sind losgezuckelt nach Tönning.
Warum auf einmal ein Wohnwagen? Wo kommt denn der her? Für Übernachtungen ist doch eigentlich Ferdi zuständig! Werden wir dem jetzt untreu? Nein! Keine Sorge.
Unseren „Wohni“ haben wir Ende letzten Jahres Freunden abgekauft. Die Idee dahinter ist, dass wir damit eine Basis, eine Wohngelegenheit in Tönning während der Bauphase haben, sollten wir mal geschwind dort hin müssen. Gedacht- getan, Wohni steht jetzt auf dem Grundstück und wartet auf uns.

Wir lassen derweil hier auf Amrum die Seele baumeln, mit langen Spaziergängen, leckerem Kuchen und netten Begegnungen.
Gestern Abend zum Beispiel. Wir haben diesmal eine kleine FeWo in Süddorf, ganz nah an den Kiefernwäldern und Dünen. Mittags sind wir mit dem Bus nach Norddorf und dort erst mal ins Café Schult, eins unserer Amrum Top Ten, über das wir ja letztes Mal schon berichteten. Es gab ein Stück Friesentorte und Sandorn-Sahne-Torte, dazu Pharisäer und Irish Coffee. Und das schon Mittags! Wundervoll!
Anschließend gingen wir zum Ausnüchtern an den Strand (nach einer Friesentorte Pflicht!) und umrundeten die Nordodde. Wie so oft waren wir fast alleine am Strand, der Himmel war blau, Sylt zum greifen nah.

Auf dem Rückweg hinterließen wir unsere Spuren im Sand (Foto auf der Seite „Über den Blog“), beobachteten Möwen, Seeschwalben, Austernfischer und ein junges Kaninchen, welches unter dem Steg zwischen dem schmalen Oststrand und den Salzwiesen lebt. Zurück in Norddorf stellten wir fest, das der Bus (Abends nur stündlich) grade weg war. Also liefen wir weiter bis zur Vogelkoje (später mehr dazu). Nach kurzer Rast gingen wir zum Bus. Eva drängelte, aber wir haben ja noch Zeit – dachte ich. Die Straße war dann doch weiter weg als vermutet . . . und fünf Meter bevor wir aus dem Wald traten fährt der Bus (pünktlichst) an uns vorbei. Doof.
Also zu Fuß los (wir hatten ja erst ca 17 km auf dem Tacho😉) und umplanen. Eva hält den Daumen raus und schon der 2. Wagen hält an! Ein netter, grauhaariger Mittsechziger mit seinem älteren Kombi fragt, wo wir den hin wollen, es läuft in ohrenbetäubender Lautstärke ein bekannter Blues-Standart. Schon sympathisch der Mann. Er will uns bis Nebel mitnehmen. Aber als er hört, das wir zur Blauen Maus wollen, meint er, da kann er uns auch noch kurz hinfahren. Gesagt, getan. Und schon standen wir vor dieser berühmten Kultkneipe, einem unserer Top Ten von Amrum, der wir ja bereits einen eigenen Teilbeitrag gewidmet haben.

Überhaupt begegnen uns die Menschen auf Amrum – ob hier zuhause oder zu Gast – mit einer angenehm unaufgeregten Freundlichkeit.
Spät abends, der letzte Bus war schon um 20 Uhr und somit für uns viel zu früh gefahren, gingen wir dann nochmal zu Fuß zurück in unsere FeWo in Süddorf. Leicht beseelt genossen wir auch das. Der Sand auf dem Weg durch den schmalen Wald hinter dem Dünengürtel ist weich und angenehm. Der Mond scheint durch die Kiefern und das Amrumer Leuchtfeuer weist kontinuierlich den Weg. Müde, aber glücklich fielen wir schließlich ins Bett.

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